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Franz Huestedde

*1935, Ahlen  †1993, Münster

Seit 1981 lebte Franz Huestedde im Haus Kannen. Eines Tages sagte er: „Ich komme jetzt auch zum Malen zu dir!" Ganz seiner Art entsprechend suchte er sich seinen Weg zum eigenen Ausdruck. Ein Hauptmotiv kristallisierte sich schnell heraus: Den gelernten Zimmermann interessierten insbesondere Bauwerke. Es entstand eine Fülle von Bildern mit Häusern und Palästen, phantastische, selbstentworfene und von der Realität ausgehende. Zentrale Stellung in Franz Huesteddes Werk nimmt eine über hundert Blätter umfassende Serie ein, die von Legers Bild „Winterlandschaft". In diesem Bild fand Franz Huestedde die wichtigsten Aspekte seiner künstlerischen Arbeit wieder: Das Organische, Gewachsene und das Konstruierte, Gebaute, Architektonisches und Vegitabiles. Souverän variierte er das ursprüngliche Thema, verknüpfte es mit seiner Farb- und Formensprache und destillierte die für die Folgezeit für ihn wichtigste Form heraus: Den Kreis. Nach Jahren voller Vitalität und Schaffensfreude wurden ihm in den schweigsamen Jahren vor seinem plötzlichen Tode die Kreise zum letzten großen Motiv, gleichsam als konzentrierte sich in ihnen all sein Schaffen. Vielfalt und Ton der Farben wurden zum Spiegel der inneren Befindlichkeit. Ihm, dem der Gebrauch des Wortes unmöglich wurde, waren die Bilder im Schweigen Möglichkeit zur Teilnahme und Kommunikation.

Ausstellungen:

1990   Klinik für Psychiatrie der Universität Münster

2007   Slovakische Nationalgalerie, Bratislava